Planung und Vorbereitung

Es gibt viele Möglichkeiten, geeignete Bewerber/innen zu finden. Eine gute Planung und Vorbereitung trägt zu einer fairen und erfolgreichen Lehrlingsselektion bei. Manchmal lohnt es sich, gewohnte Pfade zu verlassen und neue Wege auszuprobieren. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, dass wichtige Aspekte nicht untergehen: Von der Formulierung von Anforderungen und Erwartungen – etwa bezüglich Sozialverhalten, Sprachkenntnissen oder schulischen Qualifikationen – bis hin zur Ausschreibung der Lehrstelle am geeigneten Ort.

So bereiten Sie sich optimal auf die Selektion vor:

  • Klären Sie im Betrieb frühzeitig ab, wie viele Lehrstellen Sie für das kommende Jahr zu vergeben haben. Kommt auch eine zweijährige Grundbildung mit Attest in Frage?
    www.berufsberatung.ch/dyn/1211.asp
  • Halten Sie den zeitlichen Ablauf fest: Zu welchem Zeitpunkt schreiben Sie die Lehrstelle aus? Wann wollen Sie Schnuppertage oder Schnupperlehren durchführen? Wann finden die Bewerbungsgespräche statt?
  • Fairplay bedeutet: Lehrverträge nicht vor dem
    1. November abschliessen! Dadurch erhalten Jugendliche die nötige Zeit, ihre Berufswünsche zu überprüfen. Das dient auch den Lehrbetrieben. Für sie vermindert sich das Risiko einer Falschwahl oder einer Absage vor Lehrbeginn.
  • Erstellen Sie eine Liste mit den Anforderungen der Lehrstelle und Ihren Erwartungen als Lehrbetrieb.

    • Welche persönlichen und sozialen Kompetenzen sind für die Ausübung des Lehrberufs und für Sie als Betrieb wichtig? Fragen Sie sich: Wie funktionieren wir als Team und was ist uns besonders wichtig z. B. Kontaktfreude, Ruhe in hektischen Zeiten, Mehrsprachigkeit etc.
    • Welches sind die schulischen Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Absolvierung der Lehre erwünscht sind?
      Berufsbilder und Anforderungsprofile unter: www.berufsberatung.ch

  • Achten Sie darauf, dass die formulierten Erwartungen dem Alter und der Lebenserfahrung der Jugendlichen entsprechen. Punkto Sprachkenntnisse: Die meisten betrieblichen Tätigkeiten setzen ein akzentfreies und fehlerfreies Deutsch bzw. Mundart nicht voraus. Gehen Sie bei den erforderlichen Sprachkenntnissen deshalb nur von den konkreten Aufgaben in der Lehre aus. Zudem stellen viele Lehrbetriebe fest, dass anfängliche sprachliche Defizite durch überdurchschnittliches Engagement (z. B. Stützkurse an Berufsfachschulen) und Motivation wettgemacht werden.
  • Nutzen Sie für die Ausschreibung der Lehrstelle gut zugängliche Plattformen: Wenn möglichst viele Jugendliche von der Lehrstelle erfahren, tragen Sie nicht nur zu Fairness bei, sondern sichern sich eine breite Auswahl an Kandidat/innen.

    www.berufsberatung.ch/dyn/1235.asp
    Offizieller Lehrstellennachweis in allen Kantonen.

    www.we-are-ready.ch
    Bewerbungsplattform mit der Möglichkeit, selber aktiv auf die Suche nach passenden Lernenden zu gehen und diese direkt zu kontaktieren.

  • Auch kantonale und lokale Stellen (Berufsinformationszentrum, Brückenangebote) sind häufig an einer Zusammenarbeit interessiert und können bei der Vermittlung mithelfen
    www.adressen.sdbb.ch
    www.berufsberatung.ch/dyn/5979.asp
  • Legen Sie mit Hilfe des erstellten Anforderungsprofils fest, welche Bewerbungsunterlagen Sie benötigen, um Kandidat/innen beurteilen zu können. Formulieren Sie Ihr Lehrstelleninserat und legen Sie los!



«Ich bin hartnäckig geblieben und habe mich zu meinem Traumjob durchgekämpft.»
Katerina Velikikeska, Medizinische Praxisassistentin, 1. Lehrjahr

«Als ich die Zusage erhalten habe, habe ich mich sofort für einen einmonatigen Deutschkurs angemeldet und dafür auf die Ferien im Kosovo verzichtet.»
Selami Tahiri, Detailhandel, 1. Lehrjahr

«Ich spreche perfekt Englisch und Deutsch und verstehe Philippinisch.»
Audrey Moreno, Hochbauzeichnerin, 1. Lehrjahr

«Bei uns im Betrieb hat es viele Ausländer. Das ist eine dauernde Horizonterweiterung.»
Rezarta Brahimi, KV, 3. Lehrjahr

«Bei den Bewerbungen hatte ich bei einigen Firmen das Gefühl, wegen meines Namens eine Zurückhaltung zu spüren.»
Maja Hrkalović, KV, 1. Lehrjahr